Beim Neubauvorhaben an der Heidelberger Straße 15-18 galt es, die einstige Ensemblefigur der denkmalgeschützten Wohnanlage aus den 1920ern wieder herzustellen und gestalterisch im Jetzt zu verorten. In den 60er Jahren wurden zwei Gebäude der historischen Bebauung – in direkter Nähe zur Berliner Mauer – wegen starker Kriegsbeschädigungen bereits durch Neubauten ersetzt. Deren Sanierung wäre weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll gewesen. Beim Eingeladenen Wettbewerb des Wohnungsbau-Vereins Neukölln eG mit acht Teilnehmern (2014) setzte sich das Konzept von Blumers Architekten durch.

Die beiden fünfgeschossigen Baukörper ersetzen nun den baufälligen Bestand. Der moderne und lineare Entwurf nimmt sich bewusst zurück. Die Putz- und Lochfassade sowie die hofseitigen Erker greifen die umgebende Architektur auf. Optische Spannung entsteht auch durch die zueinander versetzten Fenster und die Anordnung der Loggien bzw. Balkone. Die Balkonbrüstungen bestehen aus pulverbeschichteten Lochblechen, was Transparenz bei gleichzeitigem Sichtschutz bietet. Der Außenputz strahlt in hellem Grau. Farblich abgesetzte Zementplatten akzentuieren das zurückspringende oberste Geschoss, die Treppenhäuser sowie Erdgeschossbereiche mit gewerblicher Nutzung. Somit harmonieren Architektur und Farbgestaltung mit der denkmalgeschützten Bestandsbebauung.

In beiden Baukörpern befinden sich 93 barrierefrei ausgestattete Wohnungen, davon zehn rollstuhlgerecht. Allen Einheiten sind Balkone, Loggien oder Terrassen zugeordnet.

Die unterschiedlichen Wohnungsgrößen befördern die gewünschte Mischung aus Jung und Alt, Familien und Singles. Bei den geräumigeren Einheiten (69-101 m²) sorgen die – zumeist – offenen Grundrisse  für lange Sichtachsen und ein weiträumiges Wohngefühl. Die größeren Einheiten im Erdgeschoss im Wechsel mit kleineren Grundrissen eignen sich ideal für generationsübergreifendes Wohnen. Gemeinschaftliche und gewerbliche Nutzungen ermöglichen ein soziales, kulturelles Miteinander. Über die gesamte Breite des Wohnensembles erstreckt sich ein begrünter Innenhof. Die Freianlagen mit großzügig angelegten Rasenflächen, zwei Spielplätzen und neu gesetztem Baumbestand bilden einen vom Straßenverkehr abgeschirmten Rückzugsort. Eine kleine Oase für die Anwohner, die zum Verweilen und Treffen einlädt und nicht nur Wegeführung von der Wildenbruch- zur Bouchéstraße sein soll. Den beiden Gebäuden zugeordnet ist eine Tiefgarage mit insgesamt 71 Pkw-Stellplätzen sowie Flächen zum Abstellen von Fahrrädern.

Blumers Architekten
Generalplannung und Baumanagement GmbH

Leibnizstraße 80
D - 10625 Berlin
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